Internally funded project
Start date : 01.04.2025
End date : 31.03.2028
Raum gilt in der Geographie als zentrale Analysekategorie und damit auch in der Geographiedidaktik als grundlegendes Strukturierungsprinzip für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel. Wie Schüler*innen Klimawandelfolgen wahrnehmen, emotional verarbeiten und ob sie bereit sind zu handeln, ist wesentlich davon geprägt, welche räumlichen Bezüge sie dabei herstellen. Die internationale Forschung zeigt beipspielsweise, dass der Klimawandel und seine Folgen mehrheitlich in fernen Regionen als gravierender eingeschätzt wird als in der eigenen Lebensumwelt - ein als Spatial Optimism Bias beschriebenes Muster, welches für Lernende bislang kaum systematisch untersucht ist. Räumliche Bezüge strukturieren Schüler*innenperspektiven dabei über die unmittelbare Betroffenheitswahrnehmung hinaus: Auch affektive Reaktionen wie Climate Anxiety, motivationale Orientierungen wie Handlungsbereitschaft sowie Global Identity als Verbundenheit mit der Welt als Ganzem weisen räumliche Bezüge auf und stehen in theoretisch begründeten Zusammenhängen zueinander – die im schulischen Bildungskontext bislang kaum empirisch untersucht wurden.
Das Projekt verfolgt daher das Ziel, diverse raumbezogene Schüler*innenperspektiven auf den Klimawandel empirisch zu erfassen und in ihren Wechselwirkungen zu analysieren. Dazu werden variablenzentrierte, personenzentrierte und Mehrebenen-Ansätze kombiniert, um sowohl individuelle Muster als auch schulische Kontextfaktoren systematisch zu berücksichtigen. Die Kombination aus gewonnenen Befunden soll dabei eine empirische Grundlage liefern, aus welcher sich konkrete Impulse für eine evidenzbasierte Climate Change Education im Geographieunterricht ableiten lassen.