Etablierung und Evaluierung standardisierter klinischer, biologischer und bildgebender Parameter zur Bewertung des Ansprechens einer LDRT bei Fersensporn mit Plantarfasziitis (NCT06969820) (HEALSPUR)

Third party funded individual grant


Acronym: HEALSPUR

Start date : 01.06.2025


Project details

Scientific Abstract

Fersensporne sind knöcherne Wucherungen, die sich am Fersenbein bilden können. Die Entstehung 
eines Fersensporns ist ein meist langsamer Prozess, der sich durch eine chronische Entzündung und Belastungen über Monate oder Jahre hinweg bilden kann. Patienten mit diesem Krankheitsbild 
erfahren, wie auch mit der häufig damit einhergehende Plantarfasziitis, Schmerzen und Entzündungen. 
Eine vielversprechende Behandlungsmethode für Fersensporne mit Plantarfasziitis ist die niedrig 
dosierte Röntgentherapie (low-dose radiotherapy, LDRT). Diese zeigt im Vergleich zu anderen 
Therapieoptionen, wie zum Beispiel der Kortison-Injektion, geringere Nebenwirkungen und ein 
verbessertes Ansprechen. Studien zum Einsatz der LDRT beim Fersensporn mit Plantarfasziitis zeigen, 
dass LDRT bei 65 % bis 90 % der Patienten eine deutliche und langanhaltende Schmerzlinderung 
erreichen kann. Die Therapie erscheint besonders vielversprechend bei Patienten, bei denen die 
Behandlung innerhalb der ersten 6 Monate nach Symptombeginn initiiert wird. In der Diagnose und 
Beurteilung der Erkrankung spielt die Bildgebung eine wichtige Rolle. Während hierbei vor allem 
Ultraschall eingesetzt wird, hängt die Qualität jedoch oft von der Erfahrung des Anwenders ab. Hier 
bietet das MRT eine detaillierte Darstellung von Entzündungen und Gewebeveränderungen und kann 
mittels Deep Learning-basierter Bildverbesserung (Deep Resolve Boost) und neuen MRT-Protokollen
zu einer optimierten quantitativen Erfassung der Erkrankungsintensität und -ausdehnung beitragen 
(Teilprojekt: MRT-basierte Quantifizierung beim Fersensporn). Patienten mit einem Fersensporn mit 
Plantarfasziitis zeigen weiterhin häufig eine Einschränkung der Gehfähigkeit was zu einem Verlust der 
Mobilität im beruflichen und privaten Umfeld führen kann. Dies führt nicht selten zu einer erheblichen 
Einschränkung der Lebensqualität. Während eine Beurteilung der Schmerzsymptomatik bereits in 
mehreren Studien untersucht wurde, fehlt der Nachweise einer objektivierbaren klinischen 
Verbesserung der Funktionalität weitestgehend. Dies soll mit Hilfe von Ganganalysen und 
orthopädischen Untersuchungen innerhalb der Studie untersucht werden (Teilprojekt Prof. Dr. Marcel 
Betsch, Dr. Stefan Söllner). Obwohl einige klinische Studien die Effektivität der niedrig dosierten 
Röntgenstrahlung (LDRT) bei der Behandlung von Fersensporn mit Plantarfasziitis mit Hinblick auf 
analgetische Parameter untersucht haben, fehlen bislang die molekularen Grundlagen für die 
beobachteten anti-entzündlichen und schmerzlindernden Effekte weitestgehend. An den 
entzündlichen Prozessen, die mit Fersensporn und Plantarfasziitis verbunden sind, sind Immunzellen 
wie zum Beispiel Makrophagen und T Zellen beteiligt, die eine zentrale Rolle bei der 
Entzündungsreaktion durch Freisetzung entzündlicher Moleküle spielen, und dadurch den 
Entzündungsvorgang aufrechterhalten und Schmerzen und Schwellungen verstärken. Neben 
Zytokinen wie IL1β, IL6, und TNFα, sind auch Enzyme wie Matrixmetalloproteinasen (MMPs) und 
Cyclooxygenase-2 (Cox2) an der Entstehung der Erkrankung beteiligt, da sie die Struktur der 
Plantarfaszie beeinflussen und den Krankheitsverlauf verschlimmern können. Eine Abnahme dieser 
entzündlichen Faktoren im Patientenblut könnte somit auf eine schmerzlindernde Wirkung hinweisen 
und die Entzündung sowie die Entstehung von Fersenspornen verringern (Teilprojekt Dr. Lisa Deloch). 
Ein weiterer biologischer Faktor, der bisher im Zusammenhang mit Fersensporn und Plantarfasziitis 
nicht untersucht wurde, ist das Komplementsystem. Das Komplement ist ein wichtiger Bestandteil der 
angeborenen Immunantwort der eine Rolle bei der Entzündungsmodulation spielt und, laut ersten 
Hinweisen, auch eine Bedeutung in Erkrankungen mit einer chronischen Entzündungskomponente 
haben kann, was die Vermutung nahelegt, dass das Komplement ebenfalls zur Wirksamkeit der LDRT 
beitragen könnte. Um diese Hypothese zu überprüfen sollen daher in vorliegender Studie 
Komplementbestandteile im Patientenserum untersucht werden (Teilprojekt Dr. Michael Rückert). Die 
hier geplante Studie soll erstmals die bekannten schmerzlindernden Effekte der LDRT mit weiteren 
klinischen Parametern (Teilprojekt Dr. Thomas Weissmann), sowie Entzündungsmarkern und 
bildgebenden Befunden, Funktionellen Analysen und biologischen Parametern korrelieren. Ziel ist es, 
objektive Kriterien zur Bewertung des Therapieerfolgs zu entwickeln und die zugrunde liegenden 
molekularen Mechanismen besser zu verstehen. Dadurch sollen auch potenzielle Biomarker 
identifiziert werden, die eine Vorhersage des Therapieerfolgs ermöglichen. Dies könnte dazu 
beitragen, Patienten bereits vor der Behandlung besser zu stratifizieren und die LDRT gezielter 
einzusetzen. Zusammenfassend soll die Studie einen umfassenden Überblick über die Wirksamkeit der 
LDRT bei Fersensporn mit Plantarfasziitis geben und die Basis für zukünftige, placebokontrollierte 
Studien legen.

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