Third party funded individual grant
Acronym: LE 1117/4
Start date : 01.04.2013
Website: https://tracking-in-caves.org/
Im Sommer 2013 stand ein besonderes wissenschaftliches Projekt an: zusammen mit drei Fährtenlesern aus Namibia wurden eiszeitliche Bilderhöhlen in Frankreich besucht. Ziel war es, das spezielle Wissen der Fährtenleser für die Interpretation von eiszeitlichen menschlichen Fußabdrücken zu nutzen. Begleitet wurde das Projekt von einem Filmteam welches für arte eine Dokumentation erstellt hat. Auf der projekteigenen Internetseite gibt es weitere Informationen zu diesem Projekt.
Vom Ende der letzten Eiszeit haben Menschen in Höhlen nicht nur Felsbilder hinterlassen, sondern auch ihre eigenen Abdrücke im plastischen Untergrund. Solche Abdrücke von Füßen und Händen sind seit über 100 Jahren bekannt und wurden nach traditionellen anthropologischen Methoden des westlichen Wissenschaftskanons untersucht. In diesen Kanon ist aber die ursprüngliche Fähigkeit des Menschen, solche Fährten zu interpretieren niemals als wissenschaftlich fruchtbare Methode aufgenommen worden. Dieses Wissen und die damit verbundenen Fähigkeiten haben heute nur noch wenige Menschen. Dazu gehören die erfahrenen Jäger der Ju/hoansi (‚Buschleute‘) aus der Kalahari (Namibia). Drei von ihnen wurden mit den eiszeitlichen menschlichen Fährten in südfranzösischen Höhlen konfrontiert und ihre Interpretationen zu Protokoll genommen. An jeder der untersuchten Bilderhöhlen haben die Fährtenleser nicht nur sachliche Erklärungen um die Fußabdrücke geliefert, sondern auch jeweils bislang unbekannte Abdrücke gefunden. Das Projekt lief so erfolgreich, dass ein Nachfolgeprojekt aufgesetzt wurde.