Third party funded individual grant
Start date : 01.07.2024
End date : 31.12.2025
In der Wissenschaft ist man sich weitgehend einig, dass zur Verlangsamung des menschengemachten Klimawandels eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen dringend erforderlich ist.
Gemäß der neoklassischen Theorie wäre das effizienteste Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, einen Preis auf solche Emissionen zu erheben (realisiert zum Beispiel durch eine CO2-Steuer oder ein cap-and-trade System). Diese Festlegung ist in der Forschung aber durchaus umstritten, und auch in der Politik sind andere Instrumente zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes verbreitet. Dazu gehören insbesondere Subventionen für Unternehmen, Haushalte und staatliche Akteure, die dazu anregen sollen, in klimaneutrale Technologien zu investieren. Beispiele sind das Next Generation EU Programm oder der Inflation Reduction Act in den USA, die Summen von 338 Milliarden Euro bzw. 370 Milliarden Euro an Zuschüssen für eine „grünere“ Wirtschaft bereitstellen.
Sind solche „grünen“ Subventionen und Investitionszuschüsse effektive Instrumente zur Verringerung von Treibhausgasen? Um diese Frage zu beantworten, werden im Rahmen des Projekts zwei Teilstudien durchgeführt:
Das Ziel der ersten Teilstudie ist die Abschätzung des Effekts verschiedener Subventionen zu erneuerbaren Energien auf die Verbreitung der erneuerbaren Energien sowie die Verringerung von Treibhausgasemissionen. Die Studie greift auf neue Daten des Council of European Energy Regulators zurück und kombiniert sie mit weiteren relevanten Daten wie Wetterdaten, Faktorpreisen oder Produktionsmengen von Elektrizität je nach Erzeugungsform. Die ökonometrische Analyse beruht darauf, dass die Höhe von Subventionen im Ländervergleich je nach Produktionsart (Wind, Sonne, …) und Subventionsinstrument (Einspeisepreis, Einspeisetarif, Steuervergünstigung, …) sehr stark variiert. Diese Variation machen sich Prof. Necker und Prof. Liebensteiner zunutze und ermitteln, wieviel Kapazitätszuwachs bei erneuerbaren Energien, wieviel erzeugten Strom und wieviel CO2-Vermeidung ein zusätzlicher Euro an Subventionen verursacht. Die Identifikation erfolgt dabei anhand von Instrumentvariablen.
In der zweiten Teilstudie wird untersucht, welchen Einfluss das Design von Zuschüssen hat, die Kommunalverwaltungen zur Steigerung der Energieeffizienz zur Verfügung gestellt werden. Dazu werden Mitarbeitende von allen rund 11.000 Kommunen in Deutschland befragt, um Hürden bei der Einführung und Wohlfahrtskosten „grüner“ Investitionen zu identifizieren. In einer ersten Runde werden Experteninterviews durchgeführt, um durch offene Fragen die Argumentationsweise der Mitarbeitenden von Kommunen hinsichtlich der Investitionszuschüsse zu erfassen. Zweitens beinhaltet die Hauptstudie ein diskretes Entscheidungsexperiment, das den Einfluss der in der ersten Runde identifizierten wichtigen Aspekte (zum Beispiel Zeithorizont der Mittel, Eigenanteil, erwarteter Aufwand) für die Inanspruchnahme der Zuschüsse misst.
Auf dieser Basis kann das Design der Zuschüsse verbessert werden, so dass gerade Kommunen in föderalistisch strukturierten Ländern wie Deutschland sich häufiger für die Nutzung der Zuschüsse entscheiden.
Prof. Necker und Prof. Liebensteiner erhoffen sich aus dem Vorhaben ein besseres Verständnis der Frage, ob und wann Subventionen ein effektives Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels sind und ob sie die Energieeffizienz steigern können.