Synvulkanische Sedimentation in einem fluviatilen Ablagerungsraum: Das basale "Oberrotliegend" im permokarbonen Saar-Nahe-Becken

Beitrag in einer Fachzeitschrift
(Originalarbeit)


Details zur Publikation

Autorinnen und Autoren: Stollhofen H
Zeitschrift: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften
Jahr der Veröffentlichung: 1994
Band: 145
Seitenbereich: 343-378
ISSN: 1860-1804
Sprache: Deutsch


Abstract


Mächtige basaltisch-andesitische Laven und rhyolithisch-dazitische Tuffe wechsellagern in den Profilen des basalen "Oberrotliegend" mit fluviatilen Ablagerungen. Innerhalb eines durch die Leithorizonte Tuffserie I und II definierten Profilteils werden sowohl die während des beckeninternen Vulkanismus auftretenden Sedimentationsprozesse untersucht, als auch die Fazies und Architektur, die Förderorte und die Eruptionsmechanismen der Vulkanite diskutiert. Verbreitung, Fragmentierungsgrad und die Position der proximalen Faziesbereiche deuten an, daß die Hauptmasse der sauren Pyroklastika durch phreatoplinianische Eruptionen an Tuffringen (Tuffserie I) und durch den Kollaps von intrusiv/extrusiven Domen (Tuffserie II) während der Platznahme der Intrusionen von Donnersberg, Kuhkopf und Holbornerhof-Kuppel gefördert wurden. Andesitische Tuffe weisen meist deutlich höhere Nebengesteinsanteile auf und werden surtseyanischen Eruptionen von Maaren zugeordnet. Aufgrund der Horizontbeständigkeit der beteiligten Gesteinskörper wird angenommen, daß die basischen Laven des Donnersberg- und des Olsbrücken Lagers an Spalten eruptiert wurden, zumal Hinweise auf ausgeprägte Vulkanbauten fehlen. Während aktiver Eruptionsphasen wurde die Sedimentation maßgeblich durch beckeninterne Prozesse gesteuert. Von mehreren, teilweise zeitgleich aktiven Förderorten erfolgte die Eruption von Laven, Aschenfällen, Surges, heißen und kühlen Aschenströmen. Die während oder kurz nach den Eruptionen einsetzende Umlagerung großer Mengen lockeren und leicht erodierbaren pyroklastischen Materials wird durch Ablagerungen von Schichtfluten neben Schutt- und Schlammströmen repräsentiert. Während langer vulkanischer Ruhepausen dominierte im medialen und distalen Faziesbereich hingegen ein mäandrierendes Flußsystems, das siliziklastische Sedimente ablagerte. Hierbei wurde die Sedimentation insbesondere durch beckenexterne Prozesse gesteuert. Eine bevorzugte Erhaltung primärer pyroklastischer Ablagerungen erfolgte auf der ausgedehnten Überflutungsebene dieses nach Norden entwässernden, transversalen Flußsystems, wurde aber auch durch intensive synsedimentäre Tektonik kontrolliert.



FAU-Autorinnen und Autoren / FAU-Herausgeberinnen und Herausgeber

Stollhofen, Harald Prof. Dr.
Lehrstuhl für Geologie (Exogene Dynamik)


Zitierweisen

APA:
Stollhofen, H. (1994). Synvulkanische Sedimentation in einem fluviatilen Ablagerungsraum: Das basale "Oberrotliegend" im permokarbonen Saar-Nahe-Becken. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 145, 343-378.

MLA:
Stollhofen, Harald. "Synvulkanische Sedimentation in einem fluviatilen Ablagerungsraum: Das basale "Oberrotliegend" im permokarbonen Saar-Nahe-Becken." Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 145 (1994): 343-378.

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Zuletzt aktualisiert 2018-08-08 um 01:37