Literatur und Performance

Eigenmittelfinanziertes Projekt


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Bettina Brandl-Risi


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Professur für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Performance und Gegenwartstheater

Projektstart: 23.09.2016


Forschungsbereiche

Gegenwartstheater
Professur für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Performance und Gegenwartstheater
Interarts Studies (Theater - Bild - Text)
Professur für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Performance und Gegenwartstheater


Abstract (fachliche Beschreibung):

Projektpartnerin Dr. Lucia Ruprecht (Emanuel College, Cambridge)

Gefördert von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem de Gruyter-Verlag

Ausgehend vom Befund, dass performative Kultur in einer historisch je spezifischen Wechselwirkung mit dem textuellen Paradigma steht, dokumentiert das Forschungsprojekt, das durch ein im Verlag de Gruyter in der Reihe "Handbücher der kulturwissenschaftlichen Philologie" erscheinendes Handbuch dokumentiert wird, das interdisziplinäre und kulturwissenschaftliche Forschungsfeld der Überschneidungen von Literatur und Performance. Diese Überschneidungen und Wechselwirkungen wurden infolge des „performative turn“ vielfach ausgelotet und neu gedacht. Zum einen stellt die Performativitätsforschung das Primat eines vornehmlich semantisch ausgerichteten Begriffs von Kultur als Text grundsätzlich in Frage, um Aspekte von Verkörperung und leibliche Vollzüge auch in ihren nicht-semantischen Anteilen beschreibbar und analysierbar zu machen. Zum anderen gewinnen performative Ereignisse aber an Bedeutungsdimensionen, wenn sie zumindest in einigen ihrer Aspekte einer an Texten geschulten Lektürearbeit unterzogen werden. Texte im engeren Sinn wiederum partizipieren am „performative turn“, wenn ihre Medialität, Performativität oder Aufführungsqualität in den Blick rückt. Literatur im Verhältnis zum Performativen zu betrachten impliziert, Praktiken des Literarischen und des Umgangs mit der Literatur als ein Untersuchungsfeld zu verstehen, das mit literaturwissenschaftlich-textbezogenen Methoden alleine nicht erfasst werden kann, sondern einer interdisziplinären Erweiterung des methodischen Zugriffs bedarf. Nur so gerät „Literatur & Performance“ als ein Verhältnis von historisch situierten kulturellen Praktiken in den Blick, das in grundsätzlicher Weise die jeweiligen Funktionen und den jeweiligen Spielraum von Literatur über die Grenzen des Kunstdiskurses hinaus zu bestimmen vermag. Das Handbuch will dementsprechend einschlägige Theorieansätze, Methoden, Begriffe und Disziplingeschichten vorstellen, Forschungsdesiderate markieren und die Fruchtbarkeit des Forschungsfeldes „Literatur & Performance“ in exemplarischen Analysen demonstrieren.


Zuletzt aktualisiert 2019-29-05 um 11:38