Historische Landschaftslexikographie und Digitalisierung

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Stefan Schierholz


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Professur für Germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Lexikographie

Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektstart: 22.05.2019
Projektende: 25.05.2019


Forschungsbereiche

Bilinguale Terminologie zur Wörterbuchforschung
Professur für Germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Lexikographie
Lexikographie und Wörterbuchforschung
Professur für Germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Lexikographie


Abstract (fachliche Beschreibung):

Bezeichnungen
für Objekte der natürlichen Umgebung des Menschen, z.B. für Pflanzen und Geländeformen, sind ein wichtiger Zugang zur
Erforschung sprachlich manifestierter, kultur-
und sozialhistorisch begründeter Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Europa.
Die Interaktion mit der Umwelt als grundlegendes menschliches Verhaltensmuster spiegelt sich entscheidend auch im
Wortschatz wider. Die Wahrnehmung natürlicher
Umgebungsobjekte durch den Sprachbenutzer erfolgt rückgebunden an dessen
kulturellen, sozialen und individuellen Hintergrund, sodass bestimmte Parameter
(z.B. Erscheinungsbild, wirtschaftliche Nutzbarkeit) stärker, andere weniger stark gewichtet werden. Die
Versprachlichung der physischen Umwelt lässt somit auch „Schlüsse über
Wahrnehmungskonzepte“ sowie Gestaltungskonzepte zu. Über die Auswertung lexikographischer
Ressourcen für verschiedene Sprachen und in diachroner Perspektive besteht
Zugriff auf ein umfangreiches Inventar an Informationen, das in der strukturierten Zusammenschau kulturhistorisch bedeutsame
Erkenntnisse über Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Wortschätzen des Bereichs „Landschaft“ verschiedener Sprachen ermöglicht.

Es
wird insbesondere die sprachübergreifend bzw.
europäisch-onomasiologische Ausrichtung der Arbeit gestärkt und in ihren theoretischen
Grundlagen erweitert. Für die Darstellung etymologisch verwandter Ausdrücke
wird das von A. Villalva entwickelte Artikelkonzept
„European Roots“ vorgestellt und dessen Nutz- und Erweiterbarkeit für
die Arbeit von LandLex zur Diskussion gestellt. Ein weiteres Ziel ist die
Etablierung einer deutlichen kulturhistorischen Komponente, z.B. mithilfe der
Untersuchung von Sprachkontakten, die sich in parallelen Ausdrücken oder
Lehnbildungen widerspiegeln (z.B. Wörter deutscher bzw. niederdeutscher
Herkunft im Estnischen wie mariienbluum, vgl. Marienblume oder maarjalill,
adaptiert: Maarja ← Maria, lill ‚Blume‘).


Externe Partner

Institut für Deutsche Sprache

Zuletzt aktualisiert 2019-14-01 um 17:42