FOR 1533: Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien (seit 2010)

Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung - Gesamtprojekt


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Klaus Herbers


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

Mittelgeber: DFG / Forschergruppe (FOR)
Akronym: FOR 1533
Projektstart: 01.10.2010


Forschungsbereiche

Heiligenverehrung, Hagiographie, Sakralität und Sakralisierung
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte
Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte


Abstract (fachliche Beschreibung):


In vormodernen Gesellschaften Europas und Asiens wurde der sakrale Charakter von Handlungen, Objekten, Räumen und Personen immer wieder behauptet, aber auch bezweifelt und abgelehnt. Ausgehend von der Beobachtung, dass Sakralität selten klar definiert, sondern vielmehr höchst umstritten gewesen ist, mithin also stets aufs Neue ausgehandelt wurde, fragt die Forschergruppe nach dem Umgang mit dem Sakralen in Europa und Asien in der Vormoderne. Ziel des Projektes ist eine vergleichende Betrachtung sowohl christlicher als auch nicht christlicher Konzeptionen von Heiligkeit in verschiedenen europäischen und asiatischen Kulturräumen, wie sie sich in Texten und Bildern, in Architektur und Raumgestaltung, in Personenkulten und Herrschermodellen oder in performativen Akten niederschlagen.

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Frage, wie sich Heiligkeit konstituiert. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass Sakralisierung als ein Zuschreibungs- und Inszenierungsprozess zu begreifen ist, der sich je nach Kontext höchst unterschiedlich gestaltet. Von besonderem Interesse für das Projekt sind daher Bezüge zwischen verschiedenen Medien, der Zusammenhang von Institutionalisierung und Entinstitutionalisierung von Heiligkeit sowie die Spannung zwischen individuell legitimierter und kollektiv verbindlicher, kirchenamtlicher "Kanonisierung“.

Der methodische Zugriff des interkulturell und intermedial angelegten, epochenübergreifenden Vergleichs ermöglicht es, Sakralität sowohl in ihrer historischen Wandelbarkeit als auch systematisch zu untersuchen. Vor allem die im Projekt avisierte Gegenüberstellung von christlich bestimmten Kulturen Europas mit Indien und China verspricht, den Blick für strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede über Epochengrenzen und die Grenzen von Religionen bzw. Konfessionen hinweg zu schärfen.

Inhaltlich konzipiert die Forschergruppe das Thema als Verbindung von literatur-, kunst- und geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen, um text-, personen-, bild- und raumbezogene sakrale Phänomene in ihrer ganzen Komplexität erfassen zu können. Losgelöst vom einzelnen Forschungsvorhaben können so nicht nur zentrale Konzepte religiöser Vervollkommnung kultur- und epochenübergreifend erschlossen werden; vielmehr lassen erst die Querschnitte fächerübergreifend die historisch-kulturelle Spezifik der jeweils untersuchten sakralen Phänomene deutlich sichtbar werden.


Teilprojekte:

Von der kultischen Verehrung zur Verehrung ohne Kult: Felix und Regula in Zürich (8.-18. Jahrhundert)
Heiligkeit an den Grenzen der lateinischen Christenheit
Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien
Sakrale Zonen im frühchristlichen Kirchenbau. Zum Kommunikationspotential von Bodenmosaiken für die Binnenhierarchie heiliger Räume - ein west-östlicher Vergleich
Sakralisierung einer Gottheit im Spannungsfeld von Volksreligion und offiziellem Kult. Das Beispiel Jinlong Si Dawang
Heilige Dinge. Untersuchungen zu Geschichte, Theorie und Transformation ausgezeichneter Objekte
Heiligkeit ist die Zierde Deines Hauses Diskurse über die "Zierde des Hauses Gottes" im Kontext der monastischen Heiligung des Lebens

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 19:40

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