Arbeitsgruppe Diversität historisch

Eigenmittelfinanziertes Projekt


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Fritz Dross
Dr. Moritz Florin
Dr. Victoria Gutsche
Prof. Dr. Annette Keilhauer
Dr. Natalie Krentz
Prof. Dr. Dirk Niefanger
Prof. Dr. Julia Obertreis


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Lehrstuhl für Geschichte der Medizin
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas
Professur für Romanistik, insbesondere Literatur- und Kulturwissenschaft

Projektstart: 01.01.2013


Forschungsbereiche

Historische Diversitätsforschung
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt
Weitere Forschung am Lehrstuhl (Genderforschung)
Professur für Romanistik, insbesondere Literatur- und Kulturwissenschaft


Abstract (fachliche Beschreibung):


„Diversity“ hat Konjunktur. In den Massenmedien taucht der Begriff in den letzten Jahren regelmäßig im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und bildungspolitischen Fragestellungen auf. Dabei geht es insbesondere um die Gleichstellung von Mann und Frau, Inklusionsfragen sowie um Vor- und Nachteile von Diversität bei der Zusammenstellung von Teams oder Schulklassen. Häufig wird dabei die Auffassung vertreten, dass Verschiedenheit hinsichtlich der Kategorien Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder sexuelle Orientierung grundsätzlich anzuerkennen und konstruktiv zu nutzen sei. Im Gegensatz zu einem solch normativen Verständnis verwenden wir „Diversität“ als einen heuristischen Begriff, der ein historisch wandelbares System von Differenzierungen bezeichnet.



Die Auseinandersetzung um „diversity“ wurde in den vergangenen Jahren auch verstärkt in der wissenschaftlichen Debatte aufgegriffen. Eine Grundüberlegung des sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskurses ist, dass Konstruktionen von Differenz oft zu sozialer Diskriminierung führen, „diversity“ hingegen das Ziel sozialer Gleichheit bei Anerkennung von ethnischer, religiöser und geschlechtlicher Vielfalt beinhalte.



Anknüpfend an diese Debatte diskutieren wir im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, welche historischen Konstellationen von Diversität es gab und welche Konsequenzen diese hatten. Dabei gehen wir davon aus, dass Diversität gesellschaftlich konstruiert wird und damit historischem Wandel unterliegt. Dies geschieht durch Akte der Zuschreibung, die Differenzen erzeugen. Dabei wird davon ausgegangen, dass keine der Differenzkategorien in der Praxis für sich stehen kann, sondern diese im Verhältnis zueinander wirksam werden. Der Akt der Zuschreibung kann durch intentionale und nicht-intentionale soziale Praktiken geschehen. Indem wir Diversität als Beschreibungskategorie und nicht als politisches Ziel verstehen, wird der Begriff für historisch argumentierende Analysen nutzbar.



 



Publikationen

Gutsche, V., Florin, M., & Krentz, N. (Eds.) (2018). Diversität historisch. Repräsentationen und Praktiken gesellschaftlicher Differenzierung im Wandel. Bielefeld: transcript.

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 17:20