Verläufe exzessiver Internetnutzung in den Familien

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Rudolf Kammerl

Projektbeteiligte:
Matthias Zieglmeier

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik

Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
Akronym: VEIF
Projektstart: 08.04.2015
Projektende: 31.07.2018
Laufzeitverlängerung bis: 31.10.2021


Forschungsbereiche

Sozialisationsprozesse in der mediatisierten Gesellschaft
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik


Abstract (fachliche Beschreibung):


Die exzessive Internetnutzung von Jugendlichen wird derzeit nicht nur in der medialen öffentlichkeit diskutiert, auch unterschiedliche Bereiche der Wissenschaft widmen sich der genaueren Untersuchung des Phänomens. Eine systematische Literaturrecherche zeigt, dass sich international Hinweise auf einen Zusammenhang des familiären Einflusses und der exzessiven Internetnutzung des Jugendlichen finden. Bisher fehlen aber längsschnittlich angelegte Studien, um diesen Zusammenhang genauer zu erklären. Dementsprechend liegt der Fokus des Forschungsvorhabens auf dem Verlauf exzessiver Internetnutzung von Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Familie. Leitend sind folgende Fragestellungen: In welcher Lebensphase und warum beginnt die exzessive oder pathologische Internetnutzung beim Jugendlichen? Wann nimmt sie gegebenenfalls wieder ab? Welchen Einfluss nimmt die Familie auf den individuellen Entwicklungsverlauf? Anhand quantitativer Methoden werden über 24 Monate Daten erhoben, welche Aufschluss über das Phänomen exzessiver Internetnutzung, dessen Entwicklung und den Einfluss der Familie geben sollen. Exzessive Internetnutzung wird in Familien zu einem Problem, wenn es von den Familienmitgliedern als ein solches wahrgenommen wird. Dabei muss die Perspektive der Erziehenden/der Eltern nicht notwendigerweise von den Jugendlichen geteilt werden. Gleichzeitig entsprechen die als Problem wahrgenommenen Phänomene nicht unbedingt einer wissenschaftlichen Definition exzessiver Internetnutzung. Daher liegt der Untersuchung ein Modell zugrunde, welches zum einen die subjektive Sicht der Betroffenen (Jugendlichen und Eltern) sowie die wissenschaftliche Perspektive auf das Problem der exzessiven Internetnutzung berücksichtigt. Ausgehend von einer Problemgruppe, in der eine Mediennutzungsproblematik mindestens seitens der Erziehenden oder der Jugendlichen wahrgenommen wird, soll in dieser Panelstudie vor allem die Entwicklung und der Verlauf exzessiver Internetnutzung betrachtet werden. Forschungsschwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Familienbeziehungen und -interaktionen (u.a. FB-S; SFB; KV-Fam) sowie der Medienerziehung. Für die Einbindung der wissenschaftlichen Perspektive kommt ein Instrument zur Messung exzessiver Internetnutzung (CIUS) zum Einsatz. Zum Vergleich der Problemgruppen mit Familien ohne jegliche Problemdefinition, wird eine Kontrollgruppe hinzugezogen. Um dem oben genannten Modell gerecht zu werden, werden jeweils ein Jugendlicher und ein Erziehungsberechtigter (Familiendyade) befragt. Die Datenerhebung anhand standardisierter Interviews umfasst drei Wellen in 700 Familiendyaden, wobei 500 Familien die Problemgruppe und 200 Familien die Kontrollgruppe bilden.


Publikationen

Wartberg, L., Zieglmeier, M., & Kammerl, R. (2019). Accordance of Adolescent and Parental Ratings of Internet Gaming Disorder and Their Associations with Psychosocial Aspects. Cyberpsychology Behavior and Social Networking, 22(4), 264 - 270. https://dx.doi.org/10.1089/cyber.2018.0456
Wartberg, L., Kriston, L., Zieglmeier, M., Lincoln, T., & Kammerl, R. (2018). A longitudinal study on psychosocial causes and consequences of Internet gaming disorder in adolescence. Psychological Medicine, 1-8. https://dx.doi.org/10.1017/S003329171800082X
Kammerl, R., Wartberg, L., & Zieglmeier, M. (2018). Kritische Perspektiven auf den Umfang der Internetnutzung Jugendlicher - Eine Frage der Generationszugehörigkeit? In Horst Niesyto & Heinz Moser (Eds.), Medienkritik im digitalen Zeitalter (pp. 207 - 220). München: kopaed.
Kammerl, R., & Wartberg, L. (2018). Zusammenhänge zwischen problematischer Internetnutzung und Medienerziehung in der Familie. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 67(2), 134-153. https://dx.doi.org/10.13109/prkk.2018.67.2.134

Zuletzt aktualisiert 2019-03-07 um 12:01