Motivationale Funktionen emotionaler Gesichtsausdrücke für Sender und Empfänger

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Oliver Schultheiss
Dr. Andreas Rösch

Projektbeteiligte:
Miriam Frisch

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie (Motivation, Emotion und Lernen)

Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
Projektstart: 01.02.2010
Projektende: 31.01.2012
Laufzeitverlängerung bis: 31.01.2013


Forschungsbereiche

Motivation, Emotion und Lernen
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie (Motivation, Emotion und Lernen)


Abstract (fachliche Beschreibung):


Im beantragten Projekt sollen funktionale Zusammenhänge zwischen impliziten Motiven und emotionalen Gesichtsausdrücken untersucht und dadurch zu einem besseren Verständnis der Rolle von Motiven in sozialen Interaktionen beigetragen werden. Implizite Motive wie das Machtmotiv (nPow), das Bindungsmotiv (nAff) sowie das Leistungsmotiv (nAch), stellen motivationale Dispositionen dar, die menschliches Verhalten unbewusst beeinflussen (McClelland, 1987; Schultheiss, 2008). Erste Studien deuten darauf hin, dass implizite Motive auch die nonverbale (emotionale) Kommunikation über den Ausdruck und die Wahrnehmung emotionaler Gesichtsausdrücke beeinflussen (z.B. Schultheiss, Pang, Torges, Wirth & Treynor, 2005; Schultheiss & Hale, 2007). Ein systematische und vollständige Untersuchung der Wechselwirkung zwischen impliziten Motiven und der Enkodierung bzw. Dekodierung von emotionalen Gesichtsausdrücken fehlt aber bisher. Um diese Lücke zu schließen, wurde von uns bereits ein Stimulusset entwickelt, die emotionale Gesichtsausdrücke von Sendern mit unterschiedlicher Motivausprägung und in Reaktion auf unterschiedliche motivationale Kontexte (Macht, Bindung, Leistung) enthält. Es sollen drei Studien sollen testen, ob die impliziten Motive der Sender für subjektive wahrgenommen und objektive Unterschiede in den emotionalen Gesichtsausdrücken verantwortlich sind (z.B. in deren eingeschätzter oder objektiver Intensität). Zwei weitere Studien sollen untersuchen, inwieweit die impliziten Motive von Beobachtern die Wahrnehmung der emotionalen Gesichtsausdrücke beeinflussen (z.B. den Belohnungswert oder die Valenz der emotionalen Ausdrücke; gemessen mit einem „dot-probe-task“ sowie einem Affekt-Misattributions-Paradigma). Das beantragte Projekt erlaubt somit, im Rahmen einen Brunswickschen Linsenmodells Unterschiede in der Enkodierung und Dekodierung emotionaler Gesichtsausdrücke mit den Motiven der Sender und der Beobachter in Verbindung zu bringen.



Publikationen

Donhauser, P., Rösch, A., & Schultheiss, O. (2015). The implicit need for power predicts recognition speed for dynamic changes in facial expressions of emotion. Motivation and Emotion, 39(5), 714-721. https://dx.doi.org/10.1007/s11031-015-9484-z
Rösch, A., Stanton, S.J., & Schultheiss, O. (2013). Implicit motives predict affective responses to emotional expressions. Frontiers in psychology, 4. https://dx.doi.org/10.3389/fpsyg.2013.00985
Kordik, A., Schultheiss, O., & Eska, K. (2012). Implicit need for affiliation is associated with increased corrugator activity in a non-positive, but not in a positive social interaction. Journal of research in personality, 46(5), 604–608. https://dx.doi.org/10.1016/j.jrp.2012.05.006
Schultheiss, O., & Brunstein, J. (Eds.) (2010). Implicit motives. New York: Oxford University Press.
Schultheiss, O., Rösch, A., Rawolle, M., Kordik, A., & Graham, S.C. (2010). Implicit motives: Current topics and future directions. In Urdan Timothy C., Karabenick Stuart A. (Eds.), The decade ahead : theoretical perspectives on motivation and achievement. (pp. 199-233). Bradford: Emerald.

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 19:20