Die tektonomagmatische Entwicklungsgeschichte des Sindreth Beckens im Ostteil der Malani Igneous Province und Implikationen für die Neoproterozische (Cryogenian) geodynamische Entwicklungsgeschichte von NW-Indien

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Helga de Wall

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Helga de Wall

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Professur für Geologie unter besonderer Berücksichtigung der Strukturgeologie [Tektonik] und Photogeologie

Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
Projektstart: 01.01.2015
Projektende: 01.09.2016
Laufzeitverlängerung bis: 01.08.2017


Abstract (fachliche Beschreibung):


Die Malani Igneous Suite (MIS) in NW-Indien (770 bis 750 Ma) ist mit einer räumlichen Verbreitung von mehr als 50.000 km2 eine der größten felsischen magmatischen Provinzen weltweit. Die Entstehung wird in Zusammenhang mit dem Aufbrechen des Rodinia Superkontinentes und der nachfolgenden Kontinentaldrift zur Bildung von Gondwana gesehen. Es wurden verschiedene Modelle (plume, rift, subduction, mantle delamination) vorgeschlagen, die aber bislang noch undiskutiert nebeneinander stehen, da entsprechende Basisdaten fehlen. Zeitgleich zum MIS sind im Ostteil des Verbreitungsgebietes der MIS kleine langgestreckte Becken (Sindreth, Punagarth) entstanden, wie durch Alter von 765 Ma an synsedimentären Vulkaniten dieser Becken belegt wird. Die genaue zeitliche Einordnung zum Hauptpuls der MIS kann jedoch durch geochronologische Arbeiten nicht aufgelöst werden. Diese Becken haben eine Bedeutung in der geodynamischen Rekonstruktion von NW-Indian, da ihre Bildung in neueren Arbeiten im Zusammenhang mit einer aktiven Subduktionszone in diesem Gebiet gesehen wird. Erste Feldbegehungen unserer Arbeitsgruppe haben jedoch Anhaltspunkte gefunden, die dieser Interpretation entgegenstehen. Eine erste Bearbeitung im Frühjahr/Sommer 2014 hat gezeigt, dass die grobklastische Füllung des Sindreth Becken auf ein kontinentales Liefergebiet schließen lässt und die Interpretation einer Ozeanbodenstratigraphie durch die geologischen Belege nicht gestützt ist. Wir gehen von einer störungsgebundenen Beckenarchitektur aus, mit Abtrag des nahegelegenen Grundgebirges (Metasedimente und Granite). Die Sedimentation wird von bimodalen Vulkaniten unterbrochen, im oberen Teil der Sequenz finden sind klastische Sedimente und felsische Tuffe, die z.T. als Seeablagerungen identifiziert werden konnten. Die gesamte Sequenz ist nicht metamorph und zeigt generell ein mittelsteiles Einfallen nach W. Erste Labormessungen (magnetische Gefüge) geben Hinweise auf eine Intrusion von Rhyoliten in die schon verstellten Sedimente. In einer weiteren Geländekampagne im Frühjahr 2015 wollen wir die lithologische Aufnahme durch eine genauere strukturelle Aufnahme ergänzen und Proben für gesteinsmagnetische Untersuchungen nehmen, um die Beziehung zwischen struktureller Entwicklung und der magmatischen MIS Aktivität herauszuarbeiten. Durch Auswertung von Satellitenbildern sollen die Ergebnisse aus dem Sindreth Becken in einen größeren Kontext gestellt werden. Das Sindreth Becken und seine durch markante Bruchstrukturen gekennzeichnete Umgebung bildet den übergang zwischen der undeformierten MIS im W und dem durch duktile Deformation, Anatexis und Scherdeformation geprägtem Mt.Abu-Sirohi Gebiet im E, welches in den letzten Jahren Ziel der Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe war. Die globale Signifikanz dieses Gebietes ergibt sich aus der zeitlichen Einstufung der tektonomagmatischen Prozesse (Cryogenian) und Korrelation mit magmatischen Gürteln und Deformationsereignissen in Madagaskar und S-Indien.


Externe Partner

University of Rajasthan

Zuletzt aktualisiert 2018-16-11 um 13:32