Bioethik an der Schnittstelle zwischen Forschung, Therapie und Kommerzialisierung

Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung - Teilprojekt

Details zum übergeordneten Gesamtprojekt

Titel des Gesamtprojektes: Humane Induzierte Pluripotente Stammzellen


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Peter Dabrock
Dr. Matthias Braun
Hannah Schickl


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)

Mittelgeber: Bayerische Forschungsstiftung
Akronym: ForIPS
Projektstart: 01.08.2013
Projektende: 30.11.2017


Forschungsbereiche

Ethik der Lebensformen
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)
Metaethische Fragen in fundamentaltheologischer Perspektive (Gesundheit und Krankheit, Leiblichkeit)
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)


Abstract (fachliche Beschreibung):


Neurologische und psychiatrische Erkrankungen stellen eine große therapeutische, soziale und gesundheitsökonomische Herausforderung dar. Die Folgen dieser Erkrankungen führen zu schweren Beeinträchtigungen der Betroffenen mit weitreichenden persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen, sodass eine dringende Notwendigkeit für neue, verbesserte Behandlungsmöglichkeiten besteht. 



Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung sowie Ansätze zur Entwicklung neuer Medikamente erhofft man sich von patientenspezifischen, zellulären Krankheitsmodellen auf der Basis von “induzierten pluripotenten Stammzellen“.



Die Reprogrammierung von ausgereiften Körperzellen zu sogenannten „induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS)“ zählt zu den innovativsten biomedizinischen Entwicklungen der letzten Jahre (Nobelpreis für Medizin 2012: Shinya Yamanaka und John B. Gurdon). Dabei werden reife Zellen aus einer Hautprobe des Patienten zunächst zu Stammzellen reprogrammiert, d. h. in ein Stadium der Pluripotenz zurückgesetzt, und danach gezielt in organspezifische Zellen ausgereift. 

Mit dieser Technologie generieren die Forscher Zelltypen von humanen Geweben auf individueller Basis. Diese Zellen können als Modell zur Analyse für Krankheitsursachen dienen und die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien ermöglichen.



Das Hauptziel von ForIPS ist die Etablierung der iPS- Technologie zur Entwicklung eines Krankheitsmodells für die Parkinson-Krankheit. 



Die Projektgruppen in ForIPS untersuchen an Gehirnzellen, die aus iPS von Patienten mit der Parkinson-Krankheit gewonnen werden, die molekularen und zellulären Mechanismen bei der Entstehung des sporadischen Parkinson-Syndroms und erforschen neue therapeutische Ansätze. Hierfür reprogrammieren die Forscher Hautzellen von Parkinson-Patienten und entwickeln diese im Labor zu neuralen Zellen weiter. Die
so gewonnenen Gehirnzellen bieten ein spezifisches Krankheitsmodell.



Publikationen

Schickl, H., Braun, M., & Dabrock, P. (2017). Ways Out of the Patenting Prohibition? Human Parthenogenetic and Induced Pluripotent Stem Cells. Bioethics, 31(5), 409-417. https://dx.doi.org/10.1111/bioe.12334
Schickl, H., Braun, M., Ried, J., & Dabrock, P. (2014). Abweg Totipotenz. Rechtsethische und rechtspolitische Herausforderungen im Umgang mit induzierten pluripotenten Stammzellen. Medizinrecht, 32, 857-862.

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 20:01