Wissenschaftliche Prozessbegleitung von Schulnetzwerkarbeit zur Senkung des Anteils von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss in einem ausgewählten Schulnetzwerk in den Schuljahren 2018/2019 bis 2020/2021

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

Projektbeteiligte:
Ramona Obermeier
Katharina Fuchs

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung

Mittelgeber: andere Förderorganisation (1.1.10 - ESF/EFRE)
Projektstart: 01.03.2019
Projektende: 31.12.2021


Abstract (fachliche Beschreibung):



In Kooperation mit dem Thüringer
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sowie dem Thüringer Institut
für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) führt der
Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische
Unterrichtsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eine
wissenschaftliche Prozessbegleitung zu Netzwerkarbeit an Schulen in
Südthüringen durch.

Die Kooperation von Schulen im
Rahmen eines Schulnetzwerks bietet einer Einzelschule durch die Bündelung
spezifischer Kompetenzen und Ressourcen die Möglichkeit, Lerngelegenheiten und
Entwicklungsimpulse wahrzunehmen, die ohne externe Kooperationen ungenutzt
bleiben würden (Dresselhaus, 2006). Schulnetzwerkarbeit kann regional, national
wie international somit durch die systematische Nutzung von Synergieeffekten zu
Schulentwicklung beitragen (Berkemeyer et al., 2008; Rößler, Gläser-Zikuda,
Bonitz & Anderegg, 2017). So können Netzwerke beispielsweise auch im
Hinblick auf die Senkung der Schulabbruchquote wirksam sein. Schulnetzwerke sollten
dabei unter einer klaren Zielsetzung agieren und intensiv gepflegt bzw.
strukturiert werden. Eine wissenschaftliche Prozessbegleitung bietet durch
kontinuierliche Begleitung und fachlichen Input die Möglichkeit, die Schulnetzwerke
diesbezüglich zu unterstützen.

Um Entwicklungspotenziale an der
Einzelschule aufzuzeigen, werden Schulentwicklungsbedingungen datenbasiert
erfasst und in Form schulscharfer Portfolios an die einzelnen Netzwerkschulen
rückgemeldet. Darüber hinaus wird die Reflexionskultur an Netzwerkschulen
hinsichtlich der Schulentwicklungsprozesse zur Senkung der Schulabbruchquote
systematisch durch die Etablierung eines Multiplikatorensystems gefördert. Ergänzend
werden Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen angeboten. Neben der aktiven
Unterstützung der pädagogischen Arbeit der Netzwerkschulen wird im Rahmen der
wissenschaftlichen Begleitung zudem die Wirksamkeit von Schulnetzwerkarbeit im
Hinblick auf die Senkung der Schulabbruchquote geprüft. Im Vergleich zu Schulen
ohne Netzwerkarbeit werden dann schließlich evidenzbasierte Hinweise und
Praxisempfehlungen für die erfolgreiche Schulnetzwerkarbeit generiert.

Literatur:

Berkemeyer, N., Manitius,
V. & Müthing, K. (2008). „Schulen im Team“. Erste empirische Befunde. In N.
Berkemeyer, W. Bos, V. Manitius & K. Müthing (Hrsg.), Unterrichtsentwicklung in Netzwerken. Konzeptionen, Befunde,
Perspektiven
(S. 329–341). Münster: Waxmann.

Dresselhaus, G. (2006). Netzwerkarbeit und neue Lernkultur.
Theoretische Grundlagen und praktische Hinweise für eine zukunftsfähige
Bildungsregion
. Münster: Waxmann.

Rößler, L.; Gläser-Zikuda,
M.; Bonitz, M. & Anderegg, N. (2017). Innovation durch Transformation in
transnationalen Netzwerken am Beispiel des deutschsprachigen Netzwerkes für
Innovative Learning Environments (ILE). Journal für Schulentwicklung 21(2), 8-15.


Zuletzt aktualisiert 2019-19-03 um 19:24