Diskurse und Praktiken "digitaler Souveränität"

FAU-eigene Forschungsfinanzierung: EFI / ETI / ...


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Georg Glasze

Projektbeteiligte:
Dr. Zinaida Benenson
Dr. Matthias Braun
Prof. Dr. Peter Dabrock
Finn Dammann
Prof. Dr. Thomas Demmelhuber
Prof. Dr.-Ing. Felix Freiling
Dr. Dr. Albrecht Fritzsche
Prof. Dr. Franz Hofmann
Prof. Dr. Svenja Hagenhoff
Dr. Patrik Hummel
Prof. Dr. Rudolf Kammerl
Prof. Dr.-Ing. Klaus Meyer-Wegener
Prof. Dr. Sabine Pfeiffer
Dr. Christian Rückert
Prof. Dr. Christoph Safferling
Dr. Ronald Staples
Prof. Dr. Rainer Trinczek
Tobias Zumbrägel

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Institut für Geographie
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums und Technikrecht
Lehrstuhl für Geographie (Kulturgeographie und Orientforschung)
Lehrstuhl für Informatik 1 (IT-Sicherheitsinfrastrukturen)
Lehrstuhl für Informatik 6 (Datenmanagement)
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik
Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens
Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationssoziologie
Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik - Arbeit - Gesellschaft
Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Innovation und Wertschöpfung
Professur für Buchwissenschaft, insbesondere E-Publishing und Digitale Märkte

Projektstart: 01.03.2019
Projektende: 28.02.2021


Kurzbeschreibung (allgemeinverständlicher Überblick):

Digitale Technologien bringen eine zunehmende Datafizierung mit sich und ermöglichen eine wachsende Lesbarkeit individueller, sozialer und soziotechnischer Prozesse. Vor diesem Hintergrund werden Fragen des Zugangs, des Eigentums und des Schutzes von Daten, d.h. Fragen der Konfigurierung von Datenströmen verhandelt – oft unter dem Label einer „digitalen Souveränität“.

„Souveränität“, der „souveräne Staat“, das „souveräne Subjekt“ und die „souveräne Organisation“ sind grundlegende Konzepte der (europäischen) Moderne. Die Vorstellung von Souveränität als eine Form der absoluten Selbstbestimmung wurde jedoch von vielen Autoren als normatives Ideal kritisiert – als Mythos. In dem Projekt soll ausgelotet werden, inwieweit eine Konzeption von Souveränität als relational Souveränität de-essentialisiert, damit Souveränität als sozial verstanden werden kann und auf dieser Basis Auseinandersetzungen über (potenziell widerstreitende) Souveränitäts-Ansprüche untersucht werden können.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Diskurse und Praktiken digitaler Souveränität“ zielt darauf ab, (I) die Debatte über „digitale Souveränität“ zu analysieren, ein Konzept von Souveränität als relational zu entwickeln und dieses Konzept in Austausch mit etablierten disziplinären Debatten über das Konzept der Souveränität zu bringen. Die Ergebnisse der Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist digitale Souveränität?“ dienen als übergreifender Rahmen für eine Reihe von empirischen Studien. In neun empirischen Forschungsbereichen (II) werden neue Konfigurierungen der Datenzirkulation untersucht (siehe Abb.).

Diese Studien interagieren entlang von vier Forschungsachsen: Zunächst wird verglichen, wie Souveränitäts-Ansprüche von den Akteuren in den jeweiligen Bereichen artikuliert werden und inwieweit das Konzept einer relationalen Souveränität hilft, diese empirischen Fälle zu verstehen. Zweitens wird in mehreren Studien untersucht, inwieweit die intensivierte Datafizierung die (Daten-)Lesbarkeit individueller, sozialer und soziotechnischer Prozesse erhöht und wie diese wachsenden Datenlesbarkeiten sozioökonomische und sozio-politische Prozesse transformieren, Innovationen ermöglichen und etablierte Strukturen herausfordern. Drittens sind die Intensivierung der Datafizierung und die zunehmenden Lesbarkeiten eng mit den Konfliktfeldern von (Konzepten und Praktiken) des Datenzugangs, des Dateneigentums und des Datenschutzes verbunden. Mindestens vier der neun empirischen Studien befassen sich mit diesen politischen Ökonomien von Daten. Nicht zuletzt stellen die Intensivierung der Datenerfassung und die Erhöhung der Lesbarkeit eine Herausforderung für die individuellen und organisatorischen Kompetenzen im Umgang mit Daten dar. So werden sich schließlich fünf Projekte mit Fragen der Datenkompetenz befassen.




Zuletzt aktualisiert 2019-05-04 um 12:32