Heterogenität makroökonomischer Erwartungen: Welche Rolle spielen individuelle historische Erfahrungen, das örtliche Umfeld und sozioökonomische Faktoren?

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Jonas Dovern

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Jonas Dovern

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie

Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
Projektstart: 01.07.2019
Projektende: 30.06.2022


Abstract (fachliche Beschreibung):

Erwartungen sind eine zentrale Größe in der makroökonomischen Theorie.
Allerdings ist die häufig getroffene Annahme rationaler Erwartungen mit
vollständiger Information (Muth, 1961) oder imperfekten
Informationsstrukturen (Mankiw und Reis, 2002; Sims, 2003, Woodford,
2003) sehr vereinfachend und lässt keine genuine Heterogenität der
Erwartungsbildung zu. Diese Modelle der Erwartungsbildung sehen
insbesondere nicht vor, dass die individuellen historischen Erfahrungen
der Haushalte oder Firmen ihre makroökonomischen Erwartungen prägen.
Ebenso ist die Rolle solcher Erfahrungen für die Bildung von
finanziellen Erwartungen bzw. Investitionsentscheidungen noch nicht
ausreichend untersucht worden. Basierend auf Umfragedaten wird dieses
Forschungsprojekt empirisch untersuchen, wie individuelle Erfahrungen
die Erwartungen von privaten Haushalten und Firmen beeinflussen. Die
Ergebnisse werden dabei helfen, die bislang meist getroffene
Modellannahme, dass makroökonomische Erwartungen von allen Individuen zu
allen Zeiten auf gleiche Weise gebildet werden, zu ersetzen. Die
Ergebnisse des Forschungsprojekts werden für die ökonomische Forschung,
für andere Disziplinen, die sich mit Erwartungsbildung befassen, und für
die Geldpolitik wertvoll sein. Das Forschungsprojekt trägt zum
aktuellen Bestreben in der Makroökonomik bei, die Relevanz von
Heterogenität, insbesondere von Erwartungen, zu verstehen. Die Methoden,
die im Rahmen dieses Forschungsprojekts entwickelt werden, werden für
die Analyse von umfragebasierten Erwartungsdaten hilfreich sein, aber
auch für die Analyse von Umfragedaten in anderen Kontexten. Insgesamt
wird das Projekt zu einem besseren Verständnis von Umfragedaten
bezüglich makroökonomischer Erwartungen führen. Dies ist insbesondere
für die Geldpolitik sehr wichtig, da die aktuellen Strategien der
wichtigsten Zentralbanken sehr stark auf Erwartungen basieren; sowohl
als Informationsgrundlage für die Ausrichtung der Geldpolitik als auch
als Instrument, um die Makroökonomie zu beeinflussen.


Externe Partner

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. / ifo Institute – Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich

Zuletzt aktualisiert 2019-21-05 um 10:37