Siedlungsmuster, Kontakte und Netzwerke. Eine diachrone Untersuchung zur steinzeitlichen Nutzung des Alpenraums am Beispiel des Allgäu (Voralpenland und Alpen)

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Doris Mischka
Prof. Dr. Thorsten Uthmeier

Projektbeteiligte:
Dr. Werner Schön

Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte
Professur für Ur- und Frühgeschichte

Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH) (2.6 - Sachbeihilfen)
Akronym: Siedlungsmuster Allgäu
Projektstart: 01.09.2017
Projektende: 31.12.2019
Laufzeitverlängerung bis: 31.08.2020


Forschungsbereiche

Andere Aktivitäten
Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte


Kurzbeschreibung (allgemeinverständlicher Überblick):


Zu den Grundfragen ur- und frühgeschichtlicher Forschung zählen

Besiedlungsweisen und Netzwerke zum Austausch von materiellen

Gütern und Ideen. Vor allem der diachrone Vergleich innerhalb

ausgewählter Regionen, aber auch synchrone Vergleiche mehrerer

Regionen zueinander geben Aufschluss über die Variabilität und die

unterschiedlichen sozialen Verhaltensweisen und Konfliktlösungen,

die aus zwischenmenschlichem Verhalten innerhalb einer Gruppe

einerseits und Kontakt zu Nachbarn andererseits resultieren, oder

aber durch äußere Umwelteinflüsse im weitesten Sinne beeinflusst

sind. Die als Arbeitsgebiet vorgesehene Region wird als kurz als

Allgäu bezeichnet und reicht im Westen bis an den Bodensee, im

Osten bis an den Lech, im Süden bis in die alpine Stufe der Alpen und

im Norden bis in den Beginn der Jungmoränenlandschaften. Diese

Region ist durch mehrere Aspekte charakterisiert: .. durch eine starke

naturräumliche Gliederung, die von den Gebirgszonen der Alpen über

die einzelnen Höhenstufen bis hinunter ins Voralpenland reicht und

die aufgrund der landschaftlichen Differenziertheit unterschiedliche

Nutzungsstrategien durch den Menschen erfordert. .. eine

vergleichsweise gute Datenlage obwohl im Wesentlichen

Lesefundstellen vorliegen und trotz ungünstiger

Auffindungsbedingungen im Dauergrünland bei gegebener

Zugänglichkeit der Fundstellen im Gelände und der Funde, die sich

zu großen Teilen im Eigentum der Sammler befinden. .. Gute aber noch nicht ausreichende Kenntnis über die genutzten

Gesteinsrohmaterialien und ihre Provinienz für die einzelnen

Zeitstufen. Das Allgäu bietet die Möglichkeit, den Forschungsstand zu

den lokalen Siedlungsmustern einer Region im Alpenraum inklusive

des Alpenvorlands zu verbessern und diachron differenziert

überregionale Kontakte und Netzwerke zu identifizieren Als

Desiderate (auch für die Nachbarregionen), denen sich das Projekt

widmet, können aufgeführt werden: .. Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen

im Allgäu quantitative Untersuchungen zu den

Steingeräteinventaren .. es fehlen zahlenmäßig relevante

naturwissenschaftliche Analysen zur Herkunft der .. es fehlt eine

Rekonstruktion der Siedlungsmustern wie es besonders gut anhand

der omnipräsenten Steinartefakte erstellt werden kann .. es fehlt ein

methodisches Gerüst für die Operationalisierung und überprüfung der

Modellvorstellungen zum Austausch von Rohmaterialien in mobilen

und sesshaften prähistorischen Gesellschaften im transalpinen

Gebiet.


Zuletzt aktualisiert 2019-25-04 um 11:41