Biomedizinische Lebensplanung für das Altern - Werte zwischen individueller ethischer Reflexion und sozialer Norminierung

Third Party Funds Group - Overall project


Project Details

Project leader:
Prof. Dr. Frank Adloff

Project members:
Dr. Larissa Pfaller

Contributing FAU Organisations:
Lehrstuhl für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologische Theorie

Funding source: BMBF / Verbundprojekt
Start date: 01/12/2010
End date: 30/11/2013


Short description (intelligible to all):


Vor allem in modernen Industrieländern erreichen die Menschen ein immer höheres Alter. So liegt die Lebenserwartung bei Geburt in den modernen westlichen Gesellschaften heute um 50 Prozent über der des Jahres 1900. Und auch die Art und Weise, wie wir unser Alter gestalten, verändert sich. Das Alter als nachberufliche Phase ist zu einer eigenen, aktiv zu gestaltenden Lebensperspektive geworden, die in der Regel viele gesunde und tendenziell weniger Jahre in Armut und Krankheit in Aussicht stellt. Nun stehen neue medizinische Entwicklungen wie die Anti-Aging-Medizin oder rechtliche Instrumente wie z.B. Patientenverfügungen als weitere mögliche Instrumente zur Verfügung, unser eigenes Leben – eingeschlossen das Älterwerden und das Sterben – planend zu gestalten. Doch wie gehen wir mit den neuen Möglichkeiten tatsächlich um? Erleichtern sie den Umgang mit dem eigenen Älterwerden oder sind sie Quelle neuer Unsicherheiten?



Um diese Frage zu beantworten, rekonstruieren wir sowohl den Expertendiskurs um Anti-Aging-Medizin und Patientenverfügungen als auch deren alltags- und lebensweltliche Bedeutung:



Mit Hilfe des von der wissenssoziologischen Diskursanalyse zur Verfügung gestellten Instrumentariums untersuchen wir zunächst die vorhandenen Deutungsmuster und Praktiken der professionellen Akteure des biomedizinischen Diskurses. Wir analysieren dazu Experteninterviews, Webseiten relevanter Organisationen sowie Protokolle besuchter Fachtagungen und Kongresse, um ein plastisches Bild des Expertenwissens zu erhalten.



Weiterhin fragen wir nach der lebens- und alltagsweltlichen Bedeutung von Anti-Aging Praktiken und Patientenverfügungen. Wie gehen wir mit den uns angebotenen Möglichkeiten um und welche Rolle spielen sie in unserem Alltag und bei der Lebensplanung? Mit Hilfe narrativer Interviews und Gruppendiskussionen gehen wir der Frage nach, welche Relevanzhorizonte sich beim Interesse an „Anti-Aging“ oder der Patientenverfügung eröffnen und welche biographischen Entscheidungsstrukturen in diesem Feld nachweisbar sind. Ziel ist somit die Exploration möglicher Typen des Umgangs, der Verarbeitung und Erfahrung neuer biomedizinischer (Anti-Aging) und rechtlicher (Patientenverfügung) Instrumente.





 






 




 



External Partners

Georg-August-Universität Göttingen
Fachhochschule Kärnten

Last updated on 2018-22-11 at 17:00