Die Kunstpraxis der Mendikanten als Abbild und Paradigma interkultureller Transferbeziehungen in Zentraleuropa und im Kontaktgebiet zu orthodoxem Christentum und Islam

Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung - Teilprojekt

Details zum übergeordneten Gesamtprojekt

Titel des Gesamtprojektes: SPP 1173: Integration and Disintegration of Civilisations in the European Middle Ages


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Carola Jäggi


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Christliche Archäologie

Mittelgeber: DFG / Schwerpunktprogramm (SPP)
Projektstart: 01.05.2005
Projektende: 30.04.2011


Forschungsbereiche

Auswirkungen transkultureller Prozesse auf die visuelle und materielle Kultur des Christentums
Lehrstuhl für Christliche Archäologie


Abstract (fachliche Beschreibung):


Für die Erforschung der Wirkungsweisen und Funktionen, die integrative bzw. desintegrative Kräfte im spätmittelalterlichen Europa entwickelten, besitzt die Religions- und Kulturpolitik der Bettelorden eine exemplarische Bedeutung. Sie hatte maßgeblich Anteil an jenen Auseinandersetzungen, die die lateinisch-christliche Kirche mit Andersgläubigen in den Zentren des Abendlandes wie zugleich an der Peripherie und außerhalb Europas führte. Strebten die Mendikanten durch Laienkatechese und Missionsarbeit strategisch zielbewusst nach einer umfassenden Integration nicht nur der lateinischen, sondern auch der griechisch-byzantinischen Christen sowie der Juden, der Muslime und der so genannten „Heiden in das religiöse, kulturelle und machtpolitische System der römisch-katholischen Kirche, so konnten sie im Gegenzug doch gleichermaßen machtvoll und entschieden auch die Ausgrenzung und Desintegration von Andersgläubigen betreiben. Insofern die Kunstpraxis der Mendikanten als Medium und zugleich als Manifestation dieser Zielsetzungen diente, lassen sich an ihr die Bedingungen, Funktionen und Wirkungen solcher inner- wie interkultureller Politik und Religionspraxis paradigmatisch untersuchen. In dem komparatistischen Forschungsprojekt, das die Kompetenzen der Kunst- und der Architekturgeschichte, der Christlichen Archäologie und der historischen Forschung bündelt, wird durch die Analyse künstlerischer Objekte daher systematisch die Frage fokussiert, wie sich unter regional distinkten Bedingungen transregional bestimmte Kulturkontakte zwischen Ost und West formierten und festigten und welche religiösen und politischen Dispositive sie dabei auszubilden und zu etablieren vermochten.



Externe Partner

Humboldt-Universität zu Berlin
Freie Universität Berlin

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 19:20