ELINAS - Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft

FAU own research funding: EFI / ETI / ...


Project Details

Project leader:
Prof. Dr. Klaus Mecke
Prof. Dr. Christine Lubkoll-Klotz
Dr. Aura Heydenreich

Project members:
Prof. Dr. Rudolf Freiburg
Dr. Aura Heydenreich
Manuel Illi
Prof. Dr. Lothar Ley
Prof. Cathérine Meusburger
Prof. Dr. Harald Neumeyer
Prof. Dr. Jörn Wilms
Prof. Dr. rer. nat. Holger Schulze
Prof. Dr. Gerhard Ernst

Contributing FAU Organisations:
Lehrstuhl für Anglistik, insbesondere Literaturwissenschaft
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt
Lehrstuhl für Philosophie
Lehrstuhl für Theoretische Physik
Naturwissenschaftliche Fakultät
Professur für Astronomie und Astrophysik
Professur für Experimentelle HNO-Heilkunde
Professur für Mathematik (Darstellungstheorie und Mathematische Physik)
Professur für Neuere deutsche Literatur mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt

Acronym: ELINAS
Start date: 01/01/2014
End date: 31/12/2017


Research Fields

Literatur und Naturwissenschaften
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt
Literatur und Wissen, Literatur und Wissenschaft 1700-2000
Professur für Neuere deutsche Literatur mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt


Abstract (technical / expert description):


Ist Physik poetisierbar? Gibt es eine Rhetorik physikalischer Sprache? Naturwissenschaft und Literatur sind zwei Pole der Weltbetrachtung und Weltdarstellung, die im Rahmen der modernen funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft stark auseinandergetreten sind. Gleichzeitig tragen beide Diskurse zum Verständnis und zur Bewältigung von gegenwärtigen und zukünftigen Problemen bei. Die Technologien und Weltbilder, die durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse geprägt und vielfach in den Rang von Leitmythen eingetreten sind, bestimmen menschliche Lebenswelten und sind daher von enormer kultureller Relevanz. Mit der ästhetischen Gestaltung der geistigen Signaturen ihrer Zeit fungiert Literatur als ein Interdiskurs, der funktional ausdifferenzierte Wissensbereiche an lebensweltliche Horizonte rückbindet. Gerade gegenwärtig erscheinen zu physikalischen Themen so viele sachlich fundierte und hoch reflektierte literarische Texte wie nie zuvor. Sie überführen physikalisches Wissen aus mathematisch-symbolischen in sprachlich-polyvalente Darstellungsformen, indem sie es dialogisieren, narrativieren und an den kulturellen Gesamthorizont rückkoppeln. Dementsprechend beginnen in jüngster Zeit auch die Sprach- und Literaturwissenschaften, Verfahren der Diskursivierung und narrativen Modellierung naturwissenschaftlicher Theorien zu untersuchen. Die Naturwissenschaft ihrerseits besinnt sich immer stärker auf die sprachliche Verfasstheit ihrer Forschung sowie auf deren gesamtkulturelle Dimensionen: So fragt sie nach der erkenntnisleitenden Kraft von Metaphern ("Feld", "Raumzeit", "Supersymmetrie") und den kommunikativen Bedingungen, die über Ziele, Prioritäten und ethische Grenzen des Forschens entscheiden. Zur Untersuchung naturwissenschaftlicher Begriffsbildung bedarf es der Kompetenzen der Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der Wissenschaftstheorie, während für die Analyse der Transformation physikalischen Wissens in Literatur die physikalische Perspektive vonnöten ist. Hierfür eröffnet ELINAS eine Plattform: Es will das Forschungsfeld historisch und systematisch erschließen, indem es die kultur- und naturwissenschaftlichen Kompetenzen bündelt, die an den Departments der Antragstellenden verfügbar sind. Die große Herausforderung des EFP liegt darin, aus den hochdifferenzierten, methodisch kontrollierten Spezialdiskursen beider Expertenkulturen einen gemeinsamen systematischen Zugang zu entwickeln.


Publications
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Sinding, M. (2016). “A Triple-Frame Model of Genre: Framing for Discourse Sequencing.”. In Ninke Stukker, Wilbert Spooren and Gerard Steen (Eds.), Genre in Language, Discourse and Cognition (pp. 305 - 330). Berlin: De Gruyter.
Ernst, J.F., Heydenreich, A., Krömer, P., & Mecke, K. (Eds.) (2016). Dunkle Energie. Erlangen: homunculus verlag.
Heydenreich, A., & Mecke, K. (2016). Dunkle Energie im Universum der Schrift – Zwischen Kosmologie und Poesie. Vorwort. In Joseph Felix Ernst, Aura Heydenreich, Philip Krömer, Klaus Mecke (Hrg.), Dunkle Energie. (pp. 7-11). Erlangen: homunculus verlag.
Sinding, M. (2016). “From World to Worldview: An Energy Principle of Psychosocial Dynamics.”. In Peter Garratt (Eds.), The Cognitive Humanities: Embodied Mind in Literature and Culture (pp. 133 - 150). London: Palgrave Macmillan.
Heydenreich, A. (2016). Vom astronomischen Weltmodell zum literarischen Weltbild. Johannes Keplers „Somnium“ zwischen faktualer Kosmographie und fiktionaler Selenographie – mit einem Kommentar zu Durs Grünbeins „Kepler“ in „Cyrano oder Die Rückkehr vom Mond“. In Harald Lesch, Stephanie Waldow, Bernd Oberdorfer (Eds.), Der Himmel als transkultureller ethischer Raum. Himmelskonstellationen im Spannungsfeld von Literatur und Wissen (pp. 333–371). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Heydenreich, A., & Mecke, K. (2015). Auf der Suche nach Sprache. Ulrike Draesner im Dialog zu »Mitgift« und »Vorliebe«. In Aura Heydenreich, Klaus Mecke (Hrg.), Physik und Poetik. Produktionsästhetik und Werkgenese. Gegenwartsautoren und Gegenwartsautorinnen im Dialog. (pp. 23–49). Berlin, New York: De Gruyter.
Heydenreich, A. (2015). „Closed Timelike Curves“. Gödel‘s Solution for Einstein‘s Field Equations in the General Theory of Relativity and Bach‘s „The Musical Offering“ as Configuration Models for Narrative Identity Constructions in Richard Powers‘s „The Time of OurSinging“. In Hermann Blume, Christoph Leitgeb, Michael Rössner (Eds.), Narrated communities, narrated realities. Narration as cognitive processing and cultural practice (pp. 153–173). Leiden: Brill Rodopi.
Heydenreich, A., & Mecke, K. (2015). Dialogisches Denken. Ein Plädoyer für die Etablierung einer Kultur des wechselseitigen Austausches von Denk-Positionen zwischen Physikern, Dichtern und Literaturwissenschaftlern. Einleitung. In Aura Heydenreich, Klaus Mecke (Hrg.), Physik und Poetik. Produktionsästhetik und Werkgenese ; Autorinnen und Autoren im Dialog, Interviews mit: Thomas Lehr, Durs Grünbein, Raoul Schrott, Ulrike Draesner, Jens Harder, Ulrich Woelk, Juli Zeh, Michael Hampe. (pp. VII–XXVIII). Berlin: De Gruyter.
Illi, M. (2015). Die Mathematik beim Wort nehmen – der Poesie die Zahl geben. Deutschsprachige Lyrik und die Sprache der Mathematik. In Aura Heydenreich, Klaus Mecke (Eds.), Quarks and Letters. Naturwissenschaften in der Literatur und Kultur der Gegenwart. (pp. 175-202). Berlin, New York: De Gruyter.
Heydenreich, A., & Mecke, K. (2015). Die Zeit ist der Abgrund, in den wir fallen.Thomas Lehr im Dialog zu »42«. In Aura Heydenreich, Klaus Mecke (Hrg.), Physik und Poetik. Produktionsästhetik und Werkgenese. Gegenwartsautoren und Gegenwartsautorinnen im Dialog. (pp. 186–227). Berlin, New York: De Gruyter.

Last updated on 2019-02-07 at 16:16