Anbahnungshilfe Bayern-Québec 2015

Drittmittelfinanzierte Einzelförderung


Details zum Projekt

Projektleiter/in:
Prof. Dr. Dr. Oliver Friedrich


Beteiligte FAU-Organisationseinheiten:
Lehrstuhl für Medizinische Biotechnologie

Mittelgeber: Bayerische Staatsministerien (BayFOR)
Projektstart: 01.08.2015
Projektende: 30.11.2015


Abstract (fachliche Beschreibung):

Malaria tropica ist die weltweit häufigste und gefährlichste
Infektionskrankheit, die durch Mücken in tropischen Ländern übertragen wird.
Nach einer Infektion befällt der Parasit, P.
falciparum
, Leber und rote Blutkörperchen (Erythrozyten), wo er sich
vermehrt und der Immunabwehr entgeht. Im Erythrozyten findet der Erreger
optimale Bedingungen für Wachstum und Vermehrung. Zusätzlich wandelt er das
interne Milieu der Wirtszelle nach seinen Anforderungen um. Er ernährt sich vom
Hämoglobin-Abbau, wofür seine Fressvakuole von immenser Bedeutung ist. Letztere
ist auch Angriffspunkt vieler Malaria-Medikamente, jedoch auch
hauptverantwortlich für Resistenzen, die durch eingebaute Transporter und
Pumpen erklärt werden und vor Änderungen der Ionen- und pH-Homöostase des
Parasiten schützen. Andererseits wird das Milieu der Wirtszelle in komplexer
Weise beeinflusst. Im beantragten Projekt widmen sich die beiden Partner der
Aufklärung der Parasiten-Wirts-Beziehung auf zellulärer Ebene, indem sie
dynamische Transportmechanismen von fluoreszierenden Substraten der
Resistenz-Transporter in der Fressvakuole untersuchen. Hierzu werden moderne
Methoden der Fluoreszenz-Mikroskopie und Analyse eingesetzt, welche den
Ausgangpunkt für neuartige Erkenntnisse der molekularen Pumpraten der
Resistenztransporter bilden. Hieraus werden Kinetik-Modelle als Ausgangsbasis
für mathematische Modelle benutzt, um die zukünftige Wirksamkeit von
Medikamenten vorhersagen zu können. Zusätzlich sollen die schnell zu erhebenden
Kinetikparameter an isolierten Fressvakuolen als Schnelltest dienen, um
Screening auf Resistenzumkehr für neue niedermolekulare Substanzklassen zu
eröffnen. Die gewonnen Erkenntnisse dienen zum einen dem Verständnis der
komplexen Veränderung der Ionenhomöostase im verschachtelten System des
infizierten Erythrozyten und dienen als Ausgangspunkt für präklinische
Medikamenten-Testung im Rahmen automatisierter ‚high-throughput screenings‘.


Externe Partner

McGill University

Zuletzt aktualisiert 2019-10-06 um 16:13